| Einige
wenige Worte über
Das
Finale der 3. Siedler-Meisterschaft
Das
Turnier um den „Meistersiedler von Nürnberg“
Nürnberg
vom 7. Juli – 9. Juli 2000
5 Jahre „Die Siedler
von Catan“, 950 Jahre Stadt Nürnberg – zwei Jubiläen die nach
einer Symbiose schrien. So sah dies zumindest Nico Triebner, Mitarbeiter
der NürnbergMesse und eingefleischter „Siedler-Fan“, vor ca. zweieinhalb
Jahren. Aus diesen Gedanken heraus entstand in Zusammenarbeit mit Klaus
Teuber und dem Kosmos Verlag das Spiel „Die Siedler von Nürnberg“
und die Idee zu einem Turnier mit 950 Siedler und Siedlerinnen zur 950zig
Jahrfeier der Stadt. Tatkräftige Unterstützung erhielt Nico Triebner
durch Gerrit Ebener, ebenfalls Mitarbeiter der NürnbergMesse. Beide
planten, organisierten und führten dieses Projekt bis zum Schluß
durch.
Anfang 1999, kamen
wir, das Spielezentrum mit ins Boot. Auf der Spielwarenmesse fragte mich
Nico Triebner, ob ich mit vorstellen könnte ein Turnier mit 950 Teilnehmer/innen
zu organisieren. Meine Antwort war mehr spontan als überlegt, alleine
der Reiz ein Turnier mit so vielen Personen zu organisieren faszinierte
mich – eine logistische Herausforderung. Meine Antwort dürfte allen
bekannt sein, denn vom 7. – 9. Juli 2000 fand dieses Turnier, in den Messenhallen
der Stadt Nürnberg, unter der Leitung des Spielezentrums statt.
Hinzu kam noch das
Finale der Siedler-Meisterschaft 2000, welches zum Jubiläum auch in
einem größeren Rahmen durchgeführt werden sollte. Die Anzahl
der Finalisten wurde einfach vervierfacht, anstatt 64 Qualifikanten/innen,
wurde die Teilnehmeranzahl auf 256 erhöht.
Die Vorbereitungen
Von Mai bis Juni
2000 wurden 63 Vorausscheidungsturniere durchgeführt. Ab Oktober 1999
konnten sich Interessierte anmelden, insgesamt nutzen ca. 3.500 Siedler
und Siedlerinnen diese Möglichkeit. Aus all diesen Teilnehmer/innen
qualifizierten sich 256 Personen für das Finale der Siedler-Meisterschaft
2000 und dem Meistersiedler-Turnier von Nürnberg, sowie weitere 626
ausschließlich für das Meistersiedler-Turnier. Darüber
hinaus sollten weitere 70 Plätze, als Wildcard, an ehemalige Siedler-Turnier-Veranstalter,
der Presse u.a. Personen vergeben werden. Für uns erschien dies zunächst
recht problemlos. Bis zu dem Zeitpunkt, ab dem mehrere Abmeldungen eintrafen.
Die häufigste Begründung lag in den bevorstehenden Sommerferien.
Durch verschiedene Aktionen versuchten wir diese Ausfälle wieder aufzufangen.
Dies war leider
nicht möglich, wie es unschwer in Nürnberg zu erkennen war. Gespielt
wurde mit 606 Teilnehmer/innen, im Voraus angemeldet waren 709. Komplett,
bis auf vierzehn Abmeldungen, war das Finale der 3. Siedler-Meisterschaft.
Ein Tagebuch
Nach ca. eineinhalb
Jahren Vorbereitungszeit, etlichen Gesprächen, einigen Besuchen in
Nürnberg und Bergen an beschriebenem Papier, war es endlich soweit.
Am 4. Juli 2000 packten wir unseren Bus, beluden zwei weitere PKW´s
und machten uns auf den Weg in die heimliche „Siedler-Hauptstadt“.
Nach ca. sechs Stunden
Fahrt, etlichen Gedanken an das was da kommen mag, voller Skepsis ob es
auch klappen wird, erreichten wir das Messegelände mit der Zuversicht
„Alles wird gut!“
Dienstag, 4. Juli
2000
Gegen 15.00 Uhr
betraten wir das Messegelände und wurden von Nico Triebner und Gerrit
Ebener empfangen. Nach einem ersten Rundgang durch die Turnierhalle entstand
schon ein erhabenes Gefühl. So riesig hatten wir es uns doch nicht
vorgestellt, obwohl uns die Maße der Turnierfläche bekannt waren,
denn diese wurde nach unseren Planungen aufgebaut.
Da der Aufbau und
die Vernetzung der 20 Rechner für die Datenerfassung, Teilnehmerregistration
und Auswertung der Spielergebnisse, noch voll im Gange war, und es noch
Probleme bei der Vernetzung der beiden Rechenzentren, über eine Strecke
von fast 400m, gab, blieb uns zunächst nichts anderes übrig als
unsere Fahrzeuge auszupacken und unser Hotel aufzusuchen. Am Abend trafen
wir uns dann mit Nico und Gerrit zu einem Arbeitsgespräch in einer
traditionellen Gaststätte, dem „Bratwurst Rößlein“. Neben
den besagten Bratwürstchen, gab es natürlich auch Anderes, jedes
Gericht zu einem Preis von 11,67 DM. Später stießen noch Fritz
Gruber von Kosmos und Christian Wallisch vom Ali Baba Spieleclub e.V. hinzu.
Der Abend war lang – die Nacht folglich kurz.
Mittwoch 5. Juli
2000
-
8:00 Uhr, gemeinsames
Frühstück im Hotel (nur unter Protest)
-
9:00 Uhr, Treffen mit
Nico und Gerrit in der Messe (die Zwei waren ausgeschlafen, dies sollte
sich in den nächsten Tagen allerdings ändern)
In der gesamten Halle
waren die Aufbauarbeiten voll im Gange. Die Sponsoren werkelten an ihren
Ständen, Kosmos richtete sich ein, immer mehr Transparente und Fahnen
wurden von der Hallendecke abgehängt, Tische und Stühle wurden
rund um das Turnierterminal aufgestellt, die Tische wurden durchlaufend
nummeriert, 238 insgesamt. Die Telekom war dabei die unzähligen Telefonanschlüsse
zu verlegen. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt der Einrichtung eines
ISDN-Anschlußes, um die Spielezentrum-Homepage laufend aktualisieren
zu können. Sämtliche Rechner in den beiden Datenerfassungszentralen
wurden vernetzt, der Server eingerichtet und das speziell für diese
Veranstaltung erstellte Programm installiert. Die ersten Testläufe
innerhalb des Netzwerkes wurden durchgeführt und sorgten zunächst
für einige Spannung. Aber wie es so schön heißt: „Probleme
sind da um gelöst zu werden“. Da wir den Programmierer gleich mitgebracht
hatten, hatte auch er etwas zu tun.
Der Rest der Crew
packte die mitgebrachten Kisten aus, räumte die Materialien ein, befasste
sich mit der Standgestaltung oder überwachte den Aufbau der Turnierfelder.
Um 18.00 Uhr fand
dann die Einführung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Messe,
durch Susanne und mich, statt. Dies Personal wurde an den Anmelde-, Info-
und Sonder-Countern eingesetzt.
Um 20.00 Uhr gab
es dann die Einführung der Schiedsrichter durch Michael und Andre.
Sämtliche Schiedsrichter wurden vom Ali Baba Spieleclub e.V. aus Nürnberg
gestellt. An dieser Stelle noch einmal einen recht herzlichen Dank, im
Besonderen an den 1. Vorsitzenden des Vereins, Christian Wallisch.
Bei dieser Einführung
war es wichtig, daß die Schiedsrichter den gleichen Informationsstand
erhielten und nach den gleichen Regeln entscheiden sollten. Unser Prinzip
ist es allerdings auch, ein Spiel an einem Tisch nur dann zu regeln, wenn
der Schiedsrichter angefordert wird. Solange ein Spiel reibungslos verläuft
und die Mitspieler/innen nichts zu bemängeln haben, schreitet auch
kein Schiedsrichter ein. Wichtig ist, daß am Ende eines jeden Spiels
der Tischzettel von allen Spieler/innen abgezeichnet und somit anerkannt
wird.
Gegen 22.00 Uhr,
verließen wir die Messe und machten uns auf die Suche nach
einem Restaurant. Zunächst gab es allerdings Probleme, wir mußten
feststellen, daß der Tank unseres Busses bis auf einige Tropfen leer
gefahren war, die Warnanzeige blinkte bedrohlich. Die Suche nach einer
offenen Tankstelle gestaltete sich recht problematisch, wir sahen uns schon
den Bus schieben. Wie es nun mal so ist, Fremde in einer fremden
Stadt. Nach einigen Adrenalinstößen gab es dann die Erlösung
in Form einer offenen Tankstelle. Ein Restaurant befand sich, laut Auskunft
des Tankwartes, nicht weit davon entfernt. Unser zweiter Tag in Nürnberg
fand nun ein beschauliches Ende.
Donnerstag, 6.
Juli 2000
-
Frühstück
im Hotel zwischen 8.00 und 9.30 Uhr (diesmal fast ohne Protest)
-
Treffen auf der Messe
zwischen 9.00 und 10.30 Uhr.
Na ja, so zwischen 9.15
und 11.00 Uhr trudelte dann die gesamte Crew ein. Es bot sich uns das gleiche
Bild wie am Vortag. Mit dem Unterschied, daß die Aufbauarbeiten in
einigen Bereichen fast abgeschlossen waren.
Für unsere
Datenverarbeitung hieß es an diesem Morgen, erstellen des Turnierplanes
für das Finale am Freitag, Ausdruck der Turnierunterlagen für
die Teilnehmer/innen und Erfassung der ersten Anmeldungen. Pünktlich
ab 15.00 Uhr trafen dann auch die ersten Siedler/innen ein.
Jeder Teilnehmer/in
erhielt bei der Ankunft eine Siedler-Tasse, ein Siedler-Shirt, Infomaterial
über Nürnberg und einen Beutel mit Siedler-Talern, die in den
nächsten Tagen bares Geld darstellten, sie galten als offizielles
Zahlungsmittel.
Ein Teil der Crew
des Spielezentrums verteilte sich ab 14.00 Uhr auf ihre Einsatzorte, alle
anderen waren weiterhin mit den Vorbereitungen beschäftigt. Ab 18.00
Uhr standen Michael und Andre´, an unserem Infostand, für Regelfragen
zur Verfügung.
Zwischendurch gab
es dann auch mal Zeit für etwas Smalltalk mit den eintreffenden Siedler
und Siedlerinnen. Die ersten Eindrücke wurden digitalisiert und etwas
später ins Internet gesetzt.
Die allgemeine Stimmung
war sehr gut und jeder freute sich auf die kommenden Tage. Bei den Meisten,
mit denen ich sprach, kam es nicht darauf an, möglicherweise
einen grandiosen Sieg zu erringen. Sondern alleine die Tatsache, an diesem
Turnier teilnehmen zu können, einfach dabei zu sein und mit Siedler
und Siedlerinnen aus ganz Deutschland zusammenzutreffen, war Grund genug,
um nach Nürnberg zu kommen.
Gegen 21.00 Uhr verließen
wir, ausgenommen unserem Chefprogrammierer, der noch eine Nachtschicht
einlegen wollte, die Messe. Wir wollten noch einmal einen gemeinsamen Abend
verbringen, bevor die Heerscharen über uns herfielen. Da dieser Donnerstag
sehr sonnig und warm war, suchten wir einen Biergarten, der direkt am Stadtgraben
lag, auf. Es wurde die uns schon bekannte, traditionelle Nürnberger
Küche, geboten. Über Nürnberger Rostbratwürstl bis
hin zum Schäufele, gab es alles was das Herz begehrte. Nachdem wir
so richtig in Stimmung gekommen und der Bauch voll war, ging plötzlich,
und für uns unerwartet, das Licht aus – Sperrstunde. So machten wir
uns auf den Heimweg.
Freitag, den 7.
Juli 2000
-
8.00 Uhr Frühstück
(diesmal ohne Protest – hatte man sich schon daran gewöhnt?)
-
9.00 Uhr treffen in
der Messe
Als wir ankamen, war
das Messepersonal schon eifrig dabei die ankommenden Teilnehmer/innen in
Empfang zu nehmen. Es herrschte ein reges Treiben, Anmeldeformulare wurden
ausgefüllt, Infomaterialien verteilt und jede Menge Fragen beantwortet.
Um 13.00 Uhr sollte das Finale der Siedler-Meisterschaft 2000 beginnen.
256 Qualifikanten/innen mußten registriert werden.
Um 12.30 Uhr wurden
dann aus einer Liste von 150 Interessierten die ersten Nachrücker
per Losverfahren nachnominiert. Aufgrund der Tatsache, das einige Teilnehmer/innen
im Stau steckten, bzw. ein Zug Verspätung hatte, weil dieser ein Auto
gerammt hatte, sowie einige Personen trotz ihrer angekündigten Verspätung
nicht kamen, mußten wir noch einmal nachnominieren. Der Beginn des
Turniers verschob sich um ca. eine Stunde, um 14.00 Uhr fiel dann der ersehnte
Startschuß.
Gespielt wurden
an diesem Tag zwei Runden Siedler-Basis und eine Runde Seefahrer mit allen
Qualifikanten/innen. Anschließend reduzierte sich das Feld auf 48
Personen, die noch einmal die Seefahrer spielten. Das Turnier endete gegen
21.00 Uhr mit der Nominierung der zwölf Endspielteilnehmer für
den folgenden Tag. Die nicht Nominierten, 244 Siedler und Siedlerinnen,
bekamen am Samstag ihre zweite Chance im „Meistersiedler-Turnier“.
Gleichzeitig lief
die Anmeldung für das Meistersiedler-Turnier weiter, gegen 23.30 Uhr
war dann Schluß. Mit Entsetzen mußten wir feststellen, daß
über 100 Personen nicht erschienen waren. Wir hofften allerdings darauf,
daß sie am Samstagmorgen doch noch kommen würden. Dies bedeutete
für unsere EDV eine Nachtschicht, der gesamte Turnierplan mußte
vorsorglich umgestellt werden und dies unter Berücksichtigung der
möglichen Nachzügler. Eigentlich wollten wir so gegen Mitternacht
die “Bettkarte stempeln“, im Hotel waren wir um ca. 3.30 Uhr. Wann allerdings
unsere „Hacker“ ins Bett kamen, weiß ich bis heute nicht.
Samstag, den 8.
Juli 2000
-
Für mich hieß
es, Du bist um 7.00 Uhr auf der Messe (Protest !!???)
-
Ab 8.30 Uhr sollte die
restliche Crew eintreffen (Protest gab es keinen!!)
Eine heißkalte
Dusche, ein kurzes Frühstück und ein schnelles Taxi waren
an diesem Morgen die drei wichtigsten Dinge.
Um genau 7.00 Uhr
betrat ich die Messehallen. Die Ersten ebenso unausgeschlafenen Siedler/innen
liefen mir über den Weg und wollten Ihre Turnierunterlagen abholen.
Dann tauchten plötzlich
Personen auf, mit deren Erscheinen wir in keinem Fall mehr gerechnet hatten,
ferner gab es immer mehr Neuanmeldungen. Auf diese Fälle waren wir
vorbereitet und hatten eine begrenzte Anzahl an Dummys angelegt.
-
Um 7.30 Uhr waren diese
Dummys zum größten Teil vergeben.
-
Um 7.45 Uhr holte ich
die EDV aus dem Bett.
-
Um 8.00 Uhr trafen sie
ein.
-
Ab 8.10 Uhr nutzten
wir die Turnierunterlagen der nicht Erschienen, als Dummys.
-
Um ca.8.15 Uhr trudelte
der Rest der Crew ein.
-
Um 9.00 Uhr war dann
letztendlich der nicht gewünschte Notfall eingetreten.
Nach Abschluß
der Anmeldung mußten wir feststellen, daß ein nicht unerheblicher
Teil der Personen, die sich am Vortag angemeldet hatten, also eigentlich
Vorort sein mußten, die Turnierunterlagen nicht abgeholt hatten und
folglich nicht mehr mitspielen wollten. Dies war für uns alle unverständlich
und es gab auch keine Erklärung.
Gespielt wurde letztendlich
mit 606 Teilnehmer/innen, von denen hatten sich noch ca. 60 Personen direkt
in Nürnberg angemeldet, im Vorfeld lagen uns allerdings 709 Anmeldebestätigungen
vor. Warum ca. 180 Personen trotz ihrer Zusage, sowie ein Teil der
bereits in Nürnberg gemeldeten, nicht erschienen sind, entzieht sich
meiner Kenntnis.
Ich persönlich
halte dies für äußerst unfair, im Besonderen denen gegenüber,
die teilnahmen. Für uns war diese Situation hinderlich, da sämtliche
Vorarbeiten und Planungen auf ungefähr diese Anzahl an Teilnehmer/innen
ausgerichtet war.
Das Registrieren
von Neuanmeldungen und das Nichterscheinen einiger weniger Teilnehmer/innen
(5-10%), war einkalkuliert. Aber das eine so große Anzahl an Qualifikanten/innen
nicht erschien, kam für uns überraschend. Allein dieser Umstand
und unsere Zuversicht, sorgten am Samstagmorgen für einen verspäteten
Turnierbeginn.
Obwohl dies nicht
hätte sein müssen, wir konnten uns allerdings nicht vorstellen,
daß ohne jegliche Rückmeldung ca. 180 Personen nicht erscheinen.
Während wir noch warteten, setzte unsere EDV ihre Nachtarbeit, die
Überarbeitung des Turnierplans fort, ohne dabei Einfluß auf
die Sitzverteilung zu nehmen. Dies war besonders wichtig, da wir ansonsten
einen neuen Turnierplan hätten erstellen und verteilen müssen.
Diese Verzögerung wäre dann katastrophal und nicht entschuldbar
gewesen. Aufgrund dieses Hintergrundes entstanden nun einige Dreier-Tische.
Gespielt wurden vier
Runden „Die Siedler von Nürnberg“ mit allen Teilnehmer/innen. Erschwerend
für uns wirkte sich hier die Tatsache aus, daß einige Mitspieler/innen
nach der ersten, zweiten oder dritten Runde entschieden nicht mehr weiter
zu spielen oder einfach mal ein Spiel auszusetzen. Dies brachte dann nur
die Auswertung ein wenig durcheinander und ließ die EDV rotieren.
Aber was machte das schon, es waren ja nur 605, 604, 603, 590, 450 oder
sogar nur 400 Spielebegeisterte die möglicherweise warten mußten
und nicht genau wußten, spielen wir jetzt an einem Dreier- oder Vierer-Tisch.
Gegen 20.00 Uhr war
dann auch der letzte Tisch fertig, die Auswertung lief auf der Beamerleinwand
durch und wurde minütlich aktualisiert oder korrigiert. Vor ihr standen
dann auch einige hundert Personen um zu erfahren, ob sie denn am Sonntag
noch dabei sind. Unterbrochen wurde dieses Spektakel durch einen immer
wiederkehrenden Bildschirmschoner, dieser ließ sich nicht deaktivieren
und steigerte durchaus die Spannung der Wartenden. 244 Meister-Siedler
und Siedlerinnen, sowie die zwölf Finalisten der Siedler-Meisterschaft
2000, waren dann für den Sonntag nominiert.
Während die
meisten Spieler und Spielerinnen die Ergebnisliste beobachteten, dröhnte
mehrmals die Durchsage, „Bitte nicht vergessen, das Turnier beginnt morgen
pünktlich um 8.30 Uhr“, durch die Hallen.
Das eigentliche Finale
der Siedler-Meisterschaft 2000
Es begann um 10.00
Uhr und endete gegen 15.00, bzw. 17.00 Uhr. Gespielt wurde eine Runde „Städte
& Ritter“ an zwei Tischen. Die jeweiligen Tischsieger wurden am Sonntag
zum „Deutschen Siedler-Meister 2000“ gekürt.
Neben Mathias Burtscher,
dem Deutschen Siedler-Meister 1999, nahmen auch Christian Schnabel und
Jürgen Klein, die Deutschen Siedler-Meister 1998, an dem Finalspiel
teil. Hier zeigt sich eigentlich recht deutlich, daß zu diesem Spiel,
um es zu gewinnen, nicht nur eine Portion Glück gehören, sondern
auch taktischen und strategisches Kalkül gefordert sind.
Dieses Finale verlief
nicht ohne Spannungen. Auch wenn man einen der Teilnehmer während
des Spielverlaufes in einem Buch lesend beobachten konnte. Zum Ende kam
es dann an einem Tisch zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Spieler
und den Schiedsrichtern.
Der Hintergrund
war eine mißverstandene Spielregel, die innerhalb des Regelwerkes
eindeutig geklärt ist. Zur Erklärung: Das Aufrüsten eines
Ritters gilt als Bauphase, nach dem Aufrüsten kann der Ritter bewegt
werden, anschließend ist der Zug beendet.
Zu Beginn des Spiels
wurde der Ritter aufgerüstet und gezogen, anschließend sollte
noch gehandelt werden. Dies wurde vom Schiedsrichter untersagt. Während
des gesamten Spielverlaufes gab es keine ähnliche Situation. Zum Ende
des Spiels wurde der Ritter gezogen und es sollte gehandelt werden. Dies
wurde reklamiert, die Schiedsrichter entschieden entsprechend der Regel
für das Handeln, da der Ritter vorher nicht aufgerüstet wurde.
Diese Entscheidung der Schiedsrichter war regelgerecht und somit korrekt.
Vielleicht ist hier
nicht immer im Sinne der Teilnehmer/innen entschieden worden. Es ist aber
versucht worden, immer regelgerecht zu entscheiden. Eine Schiedsrichterentscheidung
wurde nur notwendig, wenn diese eingefordert wurde. Solange die drei oder
vier Personen an einem Tisch mit ihrer Spielweise und Auslegung der Regeln
keinerlei Probleme hatten, bestand auch keine Notwendigkeit für das
Einschreiten eines Schiedsrichters.
Die
Platzverteilung Tisch 1:
1. Deutscher Meister
Jan Rolf,Recklinghausen
2. Vizemeister
Jörn Niewert, Wolfenbüttel
3. Emanuel HinterbauerThalgau,
Österreich
4. Dieter Seitz,
Oberdachstetten
5. Gunar Bertram,
Hannover
6. Jürgen Klein,
Langen
Die
Platzverteilung Tisch 2:
1. Oliver Pyttlik,
Kürten-Busch
2. Thorsten Mehring,
Duisburg
3. Christian Schnabel,
Neuenwalde
4. Markus Riegel,
Stadtbergen
5. Mathias Burtscher,Gartenau
Österreich (TV)
6. Stefan Kaiser,
Stuttgart
Die Siedler-Meile
Der anschließende
Abend stand dann ganz im Zeichen der „Siedler-Meile“. In der Nürnberger
Innenstadt gab es Restaurants, Kneipen und Gaststätten, die als Siedler-Treff
gekennzeichnet waren, für jeden Siedler ein spezielles Angebot bereithielten
und die Möglichkeit zum Spielen boten. Gegen 22.30 Uhr kamen auch
wir in die Stadt und wurden gleich von zufriedenen Turnierteilnehmer/innen
begrüßt. Wir erhielten eine Einweisung in die Angebote der einzelnen
Siedler-Treffs und immer wieder wurde uns versichert, wie gut es ihnen
in Nürnberg gefällt.
Nachdem wir uns
bei einem amerikanischen Hamburgerverteiler gestärkt hatten, woanders
gab es leider nichts mehr, machten wir uns gegen 1.00 Uhr auf den Weg ins
Hotel zurück und bereiteten uns seelisch auf den letzten Tag vor.
Sonntag, den 9.
Juli 2000
-
7.00 Uhr Frühstück
-
8.00 Uhr auf der Messe
-
8.30 Uhr Turnierbeginn
(wir wollten auch einmal den Zeitplan einhalten)
Wie eben an jeden Morgen,
wenn ich aufwache, schaue ich zunächst auf die Uhr neben meinem Bett.
Was!!!???? -
- 9.15 Uhr, ich kann es nicht
glauben, ich rufe die Zeitansage an, 9.16 Uhr – ich mußte es glauben!
Ich setze mich langsam
hin und bin eigentlich ganz froh, daß Britta, Susanne, Michael, Andre´,
Jens. Jörg, Björn, Günter, Sascha, Ulrich, Carsten, Martin
und Thorsten mich haben schlafen lassen. Eine kurze Dusche, ein etwas längeres
Frühstück und der anschließende Anruf bei Michael – es
ist alles OK. Und wenn es nicht so wäre – was hätte ich ändern
können?
Um 10.30 Uhr betrat
ich dann ausgeschlafen und einigermaßen gesättigt die Messehallen,
das Turnier war pünktlich angelaufen und befand sich schon in der
zweiten Runde. Heute wurde nach einem reinen KO-System gespielt, nur der
jeweilige Tischsieger kam weiter. Gespielt wurde auf der Sonderspielfläche,
ein für Zuschauer gesperrter Bereich, um die Teilnehmer/innen ungestört
spielen zu lassen. Es wurden die drei Vorrunden ohne große Pause
durchgespielt, sobald ein neuer Tisch komplett besetzt war, ging es weiter.
So kam es vor, daß ein Tisch aus der zweiten Runde noch spielte,
wie einige aus der Dritten schon fertig waren. Dies sorgte dann auch dafür,
daß das Finalspiel um ca. 1 Stunde verschoben werden mußte.
Für uns stand hier von vornherein fest, daß wir die einzelnen
Spiele zeitlich nicht begrenzen und folglich die Teilnehmer/innen ausspielen
lassen werden. Dies war für uns in Anbetracht der zu gewinnenden Preise
notwendig.
Das Finale der
„Meistersiedler von Nürnberg“
Um 15.00 Uhr begann
das Finalspiel der „Meistersiedler von Nürnberg“. Klaus Teuber und
Günther Koch moderierten das Spiel. Der Spielverlauf wurde simultan
an einem Großspiel nachgestellt. Das eigentliche Spiel der vier Finalisten
fand in einem separaten Raum statt und wurde von einer über dem Spielbrett
plazierten Kamera auf zwei Monitoren und einem Großbildschirm übertragen.
Mehrere hundert Augenpaare verfolgen den ca. 70 minütigen Wettkampf.
Fanfarenbläser untermalten jeden entscheidenden Spielzug. Klaus Teuber
und Günther Koch kommentierten die einzelnen Spielzüge und gaben
auch schon mal eine Prognose ab. Spannend blieb das Spiel bis zur letzten
Minute.
Ein sichtlich überraschter
und hocherfreuter, aber auch erleichterter „Meistersiedler von Nürnberg“
kam anschließend, begleitet von Fanfarenklängen und tosendem
Klatschen, die breite, vor dem Großspielfeld endende Treppe,
gefolgt von seinen Mitstreitern, herunter. Matthias Wendler, ein Berliner,
wurde nun zum „Meistersiedler von Nürnberg“ gekürt. Der Hauptpreis,
ein Auto für ein Jahr, mit einer Siedler-Motorhaube, war ihm sicher.
Die Plazierungen:
1. Matthias Wendler,
Berlin
2. Björn Becker,
Aachen
3. Martin Maldner,
Offenburg
4. Stefan
Fleischmann, Bonn
Anschließend
wurden die Gewinner der Siedler-Meisterschaft 2000 gekürt. Die beiden
diesjährigen Herrscher über Catan hatten die Qual der Wahl. Auch
hier gab es ein Auto zu gewinnen, der zweite erste Preis war eine gleichwertige
Reise in den sonnigen Süden.
Nach der Siegerehrung
machten wir uns daran, unsere Utensilien für die am nächsten
Tag stattfindende Heimreise einzupacken.
Montag, den 10.
Juli 2000
Frühstück
so spät wie möglich, daß hieß, spätestens um
9.50 Uhr mußten wir vor unserer Kaffeetasse sitzen, wer später
kam, bekam nichts mehr.
Anschließend
fuhren wir noch einmal zur Messe, beluden unseren Bus und verabschiedeten
uns von Nico Triebner und den anderen Mitarbeitern der Messe.
Gegen 18.00 Uhr
waren wir dann wieder zuhause.
Alles vorbei!
Ein Turnier wie
jedes Andere ist gelaufen – ganz bestimmt nicht!
Für uns war
dieses Turnier eine Herausforderung, eine Herausforderung die all unsere
Kapazitäten beanspruchte Es war aber auch eine Herausforderung
an die Euch, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Drei Tage Siedler pur,
kann Mann/Frau dies aushalten, ich kann Euch nur bewundern wie Ihr dies
mit uns durchgestanden habt und bedanke mich. Vielleicht gibt es ja ein
nächstes Mal?
Fazit
Zwei Turnier an
einem verlängerten Wochenende, 632 Teilnehmer/innen, ca. 2000 Gäste
und Besucher, sowie ein immenser logistischer Aufwand, gestalteten drei
spielerische Tage
in Nürnberg.
Drei Tage an denen mir überwiegend zufriedene und begeisterte Siedler
und Siedlerinnen über den Weg liefen und dies auch kund taten. Der
Stress der sich bei uns immer in den kritischen Vorbereitungs- und Turnierphasen
entwickelte, wurde eigentlich immer wieder durch genau diese zufriedenen
Gesichter und Gespräche relativiert.
Wir erlebten diese
Veranstaltung als ein gelungenes Event, an das die Teilnehmer/innen wie
auch wir uns gerne erinnern werden. So unter dem Motto: „Weißt Du
noch, damals in Nürnberg ............ ?!“ Für Einige kann diese
Frage dann auch noch mit einem kleinen Mitbringsel, wie einem Toilettenschild,
ein Plakat, eine der Ausschilderungstafeln zur Messe hin, einem Wegweiser
ins Siedler-Camp oder sogar dem ca. 1m x 1,50m, großen Stationsschild
der U-Bahnhaltestelle an der Messe, untermalen.
Einige Fakten
– wen es interessiert!
-
ca. 220 laufende
Meter Standwände wurden verbaut
-
ca. 60 Meter Theke
wurden aufgestellt
-
ca. 5000 Quadratmeter
Teppich wurden verlegt
-
ca. 500 Meter
Absperrbänder wurden gezogen
-
ca. 300 Meter
Telefonleitungen wurden verlegt
-
ein Computer-Netzwerk
über einer Entfernung von ca. 300 Metern wurde installiert
-
25 Rechner wurden
aufgebaut
-
ca. 10.000 Blatt
Papier wurden verbraucht
-
238 Turniertische
wurden aufgebaut
-
952 Stühle
wurden aufgestellt
-
80.000 Siedler-Eier
wurden verteilt
-
ca. 4000 Getränkedosen
wurden verteilt
-
Die Schiedsrichter
und die Crew des SPZ verzehrten ca. 250 belegte Brötchen
-
ca. 10 Pfund Kaffee
wurden von der Crew getrunken
-
ca. 40.000 Siedler-Taler
wurden verteilt und möglicherweise auch ausgegeben
-
ca. 1.500 Siedler-Shirts
wurden verteilt
-
ca. 900 Siedler-Tassen
wurden verteilt
-
ca. 650 Teilnehmer/innen
und ca. 150 Begleitpersonen
-
ca. 1500 - 2000
Besucher, lt. NürnbergMesse
-
das SPZ aus Herne
rückte mit 14 Personen an
-
die NürnbergMesse
stellte ca. 40 weitere Mitarbeiter/innen
-
35 Schiedsrichter
des Ali Baba Spieleclub e.V. aus Nürnberg
-
etliche Schuhsohlen
wurden abgelaufen
-
usw.
An dieser Stelle
.......
Ein dickes Lob und
ein herzliches Dankeschön gilt im Besonderen allen Mitarbeiter/innen
des Spielezentrums die es ermöglichten dieses Turnier zu organisieren
und durchführen. Mein Dank gilt: Susanne, Britta, Michael,
Andre´, Jens, Günter, Jörg, Sascha, Martin, Björn,
Carsten, Thorsten
Ein weiteres Dankeschön
gilt unserem Sozialdezernenten Meinholf Nowak, der uns bei diesem
Vorhaben unterstützte und immer wieder behilflich war, sowie der Stadtverwaltung
Herne im Allgemeinen, die diese Projekt erst ermöglichte, und im Besonderen
unserem Oberbürgermeister Herrn Wolfgang Becker
Eine kritische
Nachlese
Während, wie
auch nach der Veranstaltung kam gab es Stimmen, die da sagten: „Der H.
Hexfeld, der E. Erz oder der S. Schaf. die spielen unfair, die mogeln,
die betrügen. Das hat mir auch schon der L. Lehm erzählt, der
mit einem dieser Personen gespielt hat, bzw. ich habe dies vom H. Holz
gehört, der hat mit einem gesprochen, der wiederum mit einer dieser
Personen gespielt hat. All diese Geschichten habe ich mir angehört,
bzw. im Internet verfolgt.
Denen ich zuhörte,
stellte ich die Frage: „Wurde dies den Schiedsrichtern oder der Turnierleitung
gemeldet?“. Die Antwort die ich dann erhielt entsprach immer meinen Erwartungen.
Es wurde natürlich nicht gemeldet und man selber war ja auch nicht
dabei.
Denen aus dem Internet
stelle ich hier diese Fragen!
Vereinzelt gab es
allerdings schon mal Situationen die angemeldet wurden, diese wurden dann
rein menschlich und im Ermessen der einzelnen Schiedsrichter entschieden.
Ich denke, daß dies auch die richtige Lösung war, auch wenn
sie nicht immer im Sinne eines oder mehrerer Mitspieler war.
Zum Anderen wurde
immer wieder über Fairneß gesprochen oder geschrieben. Fair
ist in diesem Fall für mich ein regelgerechtes Spielverhalten, sich
selbst und auch seinen Mitspieler/innen gegenüber. Fair ist es auch,
keinen anderen Mitspieler zu seinen eigenen Gunsten zu beeinflussen, ihm
also die Entscheidung für den nächsten Zug selbst zu überlassen.
Fair ist es natürlich auch, nicht zu schummeln, aber wer hat noch
nie geschummelt. In der Bibel steht schon geschrieben: „Wer da ohne Schuld
ist, werfe den ersten Stein“. Darüber hinaus sollte es bewiesen
werden können.
All diese Anschuldigungen
sind schnell ausgesprochen und haben sich noch schneller herumgesprochen,
nur beweisen konnte dies kaum Jemand. Ist das Fair?
Eines hat mir diese
Veranstaltung gezeigt und dies könnte möglicherweise eine der
Ursachen der möglichen Unfairness, während des Spiels wie auch
im Nachhinein, sein.
Für ein
ausgewogenes Spielverhalten stehen auch die Preise, die es zu gewinnen
gibt. Wir vertreten den Standpunkt, daß der zu gewinnende Preis bei
einem Brett- oder Kartenspielturnier, nicht der eigentliche Auslöser
für die Teilnahme sein sollte. Ein Preis, wie auch eine dazugehörende
Erinnerung, sind selbstverständlich. Ein Preis darf allerdings nicht
so hoch angesetzt sein, daß er möglicherweise das Spielverhalten
beeinflußt. Es sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen.
Peter Janshoff |