Dieses Jahr hat sich während der
Endausscheidung in Essen einiges
geändert. Das Turnier startete bereits
am Donnerstag, den 17.10.2002
und am Freitag, den 18.10.2002 wurden
schon die Sieger der 5. Offenen
Deutschen Catan-Meisterschaften geehrt.
Es wurden wieder auf zwei Tage verteilt
insgesamt fünf Runden gespielt,
wobei das Halbfinale und das Finale am
Freitag stattfanden.
Die beiden Sieger qualifizierten sich für
das Weltmeisterschaftsturnier
im Jahr 2003!
Diesmal fand die Siedlermeisterschaft direkt
auf einer großen Fläche in Halle 5 der SPIEL2002 statt. Die
Fahnen und die Dekorationen für die Weltmeisterschaft von Samstag
und Sonntag boten schon am Donnerstag und Freitag eine eindrucksvolle Kulisse.
Zwar war es lauter als in den vorherigen Jahren, dennoch empfanden es die
Spieler als äußerst angenehm direkt auf der Messe zu sein und
in ihren Pausen nicht so weite Wege zurücklegen zu müssen.
Schon vor dem Turnier war mir klar, dass
es dieses Jahr für alle SpielerInnen sehr schwer sein würde,
das Finale zu erreichen, da dieses Jahr viele bereits meisterschaftserfahrene
SpielerInnen angetreten sind. Ein wenig leichter wurde die Sache durch
die Abwesenheit von Emanuel Burtscher aus Salzburg, dem es leider nicht
möglich war zu erscheinen. Schade, das Turnier hatte schon vor dem
Beginn einen der Favoriten verloren. Deutlich wird dies noch mehr durch
die Äußerung des Titelverteidigers Michel Hirschfeld, der sagte:
"Schade, dass der wohl stärkste Spieler fehlt". Doch auch die Nachrücker
konnten sich durchaus sehen lassen, so rückten z.B. zwei ehemalige
Vizemeister nach.
Der erste Tag dieser 5. Deutschen Siedlermeisterschaft
lief ausgesprochen sportlich und fair ab. Als Schiedsrichter wurde ich
kaum gebraucht und auch der Versuch zur normalen Startaufstellung zurückzukehren
(und unsere alternativen Startaufstellungen nicht mehr zu verwenden) erwies
sich als voller Erfolg. Die Spiele gingen reibungslos über die Bühne,
so dass wir sogar vor unserem Zeitplan lagen (... ich hätte nicht
gedacht, dass ich das jemals erleben darf...).
Das Ergebnis lieferte dann auch noch zwei
Besonderheiten. Zum Einen hatte Jürgen Klein bei seiner fünften
Teilnahme - bei fünf Endrunden(!), wenn auch diesmal "nur" als Nachrücker
- zum vierten Mal das Halbfinale erreicht. Da er dies recht eindrucksvoll
mit drei Siegen tat, stand auch zu erwarten, dass er zum vierten Mal in
ein Finalspiel der deutschen Meisterschaften einziehen würde. Zum
Zweiten war das Ausscheiden des Titelverteidigers Ralf Arnold mehr als
tragisch, da er mit 12(!) Platzierungspunkten ausgeschieden ist. Dies spricht
für eine aussergewöhnliche Ansammlung von starken Spielern -
mir jedenfalls ist so etwas bei Endausscheidungen zur Deutschen Catan -
Meisterschaft nocht nicht begegnet. Ein wenig Trost bereitete Ralf Arnold
die Aussicht am Samstag ja noch bei der WM antreten zu können.
Schön war auch, dass sich etliche
SpielerInnen für das Halbfinale qualifizierten, die ihre erste Endausscheidung
in Essen spielten. Es ist einfach schön zu sehen, dass wir jedes Jahr
noch neue starke Siedler-Spieler bei diesen Meisterschaften begrüssen
dürfen, was sicherlich ein Indiz für die nach wie vor hohe Popularität
dieses Spiels ist.
Ich jedenfalls war gespannt, wer sich bei
den Halbfinalspielen würde durchsetzen können und dann bei den
Städte & Ritter - Spielen deutscher Meister werden würde.
Michael Bartusch-Lenzen (Spielezentrum
Herne)
|
| Die Halbfinalspiele starten pünktlich
am um 11.00 Uhr am Freitag. An insgesamt vier Tischen wurde um den Einzug
ins Finale gekämpft. Die Spieler nahmen ihre Punkte aus den Vorrunden
mit und mussten nun die Differenz zu vor ihnen liegenden Spielern aufholen,
bzw. den Vorsprung halten. Dadurch, dass nur 16 Spieler ins Halbfinalspiel
einzogen, hatte auch der Spieler auf Rang 16 mit einem Sieg noch den Einzug
ins Finale sicher.
An einem der Tische zeichnete sich bereits
im Halbfinale ab, was in einem der beide Finalspiele für Verstimmungen
sorgen sollte. Doch dazu und den daraus resultierenden Konsequenzen werde
ich mich erst bei der Schilderung der Finalspiele äußern. |
| Besonders gefreut hat sich Jürgen
Hoffmann, der nicht mehr damit gerechnet hatte, sich noch als Achter für
das Finale zu qualifizieren. Diese Freude wurde noch dadurch gesteigert,
dass Jürgen Hoffmann bereits davor zweimal an den Endausscheidungen
teilnahm, es ihm aber nicht gelang die Finalspiele zu erreichen.
Mit Michel Hirschfeld ist es dem verbliebenen
Titelverteidiger nicht gelungen wieder ins Finale einzuziehen. Damit hat
es nach wie vor noch nie ein Deutscher Meister geschafft seinen Titel erfolgreich
zu verteidigen. |
| Beide Finalspiele waren hart umkämpft,
wurden jedoch am Ende doch recht eindeutig entschieden. Die beiden deutschen
Meister haben sich als sehr starke Spieler erwiesen und sich mit diesen
Siegen für die Weltmeisterschaft des Jahres 2003 qualifiziert. Ebenso
sind die beiden deutschen Meister und beide Zweitplatzierten für die
deutschen Siedler-Meisterschaften 2003 direkt qualifiziert und somit kommt
Jürgen Klein im sechsten Jahr der Siedler-Meisterschaften zu seiner
sechsten(!) Teilnahme - und hat mit diesem zweiten Platz nun wieder den
Platz des erfolgreichsten Spielers bei deutschen Catan-Meisterschaften
mit den Platzierungen 1x1., 1x2., 1x3., 1x6. eingenommen (allerdings Dank
der Abwesenheit von Emanuel Burtscher - schade, dass es zu diesem Duell
dieses Jahr nicht kommen konnte).
Mich hat der Sieg Jürgen Hoffmanns
erfreut, der nach seinem Halbfinalspiel schon sehr enttäuscht war,
da er damit rechnete knapp im Halbfinale zu scheitern. Schön, dass
sich ausgerechnet dieser Spieler an seinem Tisch als der stärkste
erwies.
Nun bleibt es mir noch einige Dinge zum
Verlauf eines der Finalspiele zu sagen.
Einer der Spieler war sehr aufgeregt und
unterschrieb seinen Zettel nur unter Protest, weil er meinte mit unfairen
Mitteln um seine Chance gebracht worden zu sein. Aus meiner Sicht kann
ich ihn gut verstehen, denn die Spielweise der anderen Spieler kann wirklich
nicht als fair bezeichnet werden. Schon früh war klar, dass hier praktisch
zwei Spieler im Team spielten und somit die anderen Spieler völlig
chancenlos wurden. Im Endeffekt führte es dazu, dass ich mir nicht
sicher bin, ob der stärkste Spieler wirklich gewonnen hat.
Sicher wäre es bei der vorhandenen
Aufbaustellung eher zu einer sehr knappen Partie gekommen, durch das Teamspiel
war das Spiel aber sehr einseitig und bereits früh entschieden. So
gesehen wurden hier Spieler klar benachteiligt, was mir für diese
Spieler sehr leid tut.
Dies entspricht zwar den Regeln (-für
mich als Schiedsrichter bedeutet dies, dagegen nichts unternehmen zu können-),
jedoch kann hier von sportlicher Fairness keine Rede mehr sein.
Auch ist es in meinen Augen keine Entschuldigung,
dass es ja um etwas ging (immerhin den Titel des Deutschen Meisters). Denn
in meinen Augen zeigt sich erst, ob die moralischen Ansprüche, die
jemand hat, etwas wert sind, wenn es um etwas geht. Wir haben bereits viele
Beispiele erlebt, in denen es auch um etwas ging, wobei aber nicht im Team
gespielt wurde (so zum Beispiel sogar Verwandte, die zu einem fortgeschrittenen
Zeitpunkt des Turniers aufeinander trafen und so fair waren, nicht für
den anderen zum Königsmacher zu werden!).
Wir wurden im Nachhinein gefragt, warum
wir Spieler, die sich kennen, miteinander befreundet oder verwandt sind,
nicht trennen. Die Antwort ist ganz einfach:
Woher sollen wir denn Wissen, wann wir
jemanden trennen sollen. Schon bei einer losen Bekanntschaft? Dies ist
offensichtlich nicht durchführbar, ohne wiederum andere Spieler zu
benachteiligen und kommt somit für uns nicht in Frage.
In diesem Sinne kann ich nur alle Spieler
zu Fairness aufrufen, und zwar in jedem Spiel, auch wenn es das Endspiel
ist und auch wenn ein Bekannter, Freund oder Verwandter mitspielt. Schließlich
sollte diese Meisterschaft allen Spielern Spaß machen und dieser
wird Spielern, die offensichtlich durch die Absicht anderer Spieler um
Chancen gebracht werden, verwehrt.
Michael Bartusch-Lenzen (Spielezentrum
Herne) |
Die Catan-Meisterschaft
2002
oder die Probleme, die eine handvoll Personen
damit haben, dies alles zu organisieren und auch durchzuführen. |
Zuvor will ich allerdings allen regionalen
Veranstaltern ein grosses Lob, wie auch ein herzliches Dankeschön
aussprechen, dies gilt natürlich auch im Namen von Klaus Teuber und
dem Kosmos Verlag.
Ohne Euch und Eurer Engagement wäre
die Durchführung einer solchen Meisterschaft nicht möglich. |
Im nächsten Jahr findet diese Meisterschaft
nun zum fünften Mal statt, zum fünften Mal organisieren wir sie,
möglicherweise wird dies in den folgenden Jahren auch so bleiben.
Einige der regionalen Veranstalter sind
zum fünften Mal dabei, dies gilt auch für viele der Siedler und
Siedlerinnen, welche sich immer wieder an den Turnieren beteiligen.
Europaweit waren es in den vergangenen
Jahren über 120 Turnierveranstalter und mehr als 15.000 Teilnehmer/innen.
All dies zu organisieren und zu koordinieren,
macht einen Teil der Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Spielezentrums
aus. |
Unser grösstes Problem stellt die
jährlich wiederkehrende Vergabe der Turnierorte dar. Hier gilt es
im Besonderen zu beachten, niemanden "vor den Kopf zu stossen", niemanden
zu vergessen oder gar zu benachteiligen. Zumindest versuchen wir dies alljährlich
so gut wie es geht. Es ist natürlich nicht immer möglich, es
allen recht zu machen. Veränderte Vorgaben, Gegebenheiten und der
Anspruch, möglichst viele Siedler und Siedlerinnen zu erreichen, erleichtert
uns dies nicht.
Anfänglich waren es 32 Turniere in
Deutschland, mittlerweile sind es über 75 europaweit, darüber
hinaus ergreift das Siedler-Fieber die USA und Japan. Was sich daraus noch
entwickelt, müssen wir abwarten.
Im nächsten Jahr gibt es zB. eine
Veränderung in Österreich. Der Spieleverein "Midnight Sun" aus
Salzburg, der in diesem Jahr erstmalig eine österreichische Meisterschaft
austrägt, wird diese im nächsten Jahr nicht durchführen.
Dies geschieht im Sinne des Vereines, bzw. des Spiels schlechthin, und
im Besonderen der österreichischen Siedler und Siedlerinnen.
Im Jahr 2002 wird die österreichische
Catan-Meisterschaft durch den Wiener Spielekreis, unter Federführung
von Mag. Ferdinand de Cassan, durchgeführt. Es wird möglicherweise
in allen österreichischen Bundesländern Vorausscheidungen geben,
die abschliessend in einem Finale enden. Folglich wird unter ähnlichen
Bedingungen wie in Deutschland und Holland ein österreichischer
Catan-Meister ermittelt.
Unsere Entscheidung, die österreichischen
Turniere von einem anderen Veranstalter organisieren zu lassen, wurde von
"Midnight Sun" sofort positiv aufgenommen und mit den Worten kommentiert:
"Es kann nur in unsrem Sinne sein, wenn noch mehr Siedler und Siedlerinnen
die Möglichkeit bekommen an einem Turnier teilzunehmen".
Dazu kann ich nur nur sagen: Hut ab vor
soviel Loyalität, was uns alle miteinander verbindet - dem gemeinsamen
Interesse am Spiel.
Sicherlich gibt es auch immer wieder unzufriedene
Gesichter, wie auch berechtigte Kritiken an unserer Planung, wenn wir mal
wieder jemanden übersehen haben, was natürlich auch vorkommt,
denn wir sind alle nur Menschen. Aber so richtig vergessen wir eigentlich
niemanden. In diesem Jahr, bei der Planung für 2002, griffen wir auf
eine Anfrage aus dem Jahr 1999 zurück. Zunächst schien es, dass
es nicht sein sollte, bedingt durch einen Umzug stimmte Kontaktadresse
des Interessenten nicht mehr, nach einigen Recherchen war es dann soweit.
Am anderen Ende des Telefons gab es ein überraschendes: "Natürlich
bin ich dabei - aber damit gerechnet hatte ich schon längst nicht
mehr".
Über 180 Clubs, Vereine oder Spielekreise
haben sich bei uns gemeldet, um eben eines dieser Turniere auszurichten,
da ist es also nicht immer ganz einfach, das Richtige zu tun. Wir bitten
um Verständnis und fordern Euch auf, uns immer wieder daran zu erinnern.
Das Wichtigste ist allerdings, dass Ihr bei uns registriert seit, schickt
uns eine Mail, eine Karte, ein Fax oder einen Brief, in diesem Moment entkommt
Ihr uns nicht mehr. |
Abschliessend möchte ich noch ein
paar kritische Worte los werden, die nicht als Verallgemeinerung
zu verstehen sind und auch nur den geringsten Teil der Teilnehmer/innen
betreffen. Allerdings erscheint es mir in letzter Zeit, als gäbe es
eine zunehmende Tendenz.
Was mir zunehmend auffällt, ist ein
Verhalten, bei dem sich bei mir ein gewisses Unwohlsein einstellt und sich
die Nackenhaare kräuseln. Ein Verhalten, dass ich als Abzockertum
und recht Dreist bezeichnen möchte. Sei es, das Spiele, die zum Spielen
zur Verfügung gestellt wurden, plötzlich verschwunden sind; dass
Gutscheine mit einem bestimmten Wert mit einem Wunsch weit über diesen
Wert belegt werden; dass Veranstalter Mühe haben, ihre Gäste
mit "nur Brötchen und Kaffee" zufrieden zu stellen, aber auch, dass
immer häufiger Klagen bezüglich Schummeleien auftreten.
Ich weiss nicht, was wir dem entgegen
setzten können, ich wollte es einfach nur einmal sagen, mir eben von
der Seele schreiben - alles Weitere bleibt jedem selbst überlassen.
Dies sind natürlich nur Ausnahmen,
in der Summe sind die zurückliegenden Jahre ausschliesslich positiv
zu betrachten und genau mit dieser Einstellung gehen wir, das Spielezentrum
- Team ins Jahr 2002 und hoffen, dass Ihr dies ebenso seht.
Denn ein nächsten Turnier steht vor
der Tür. Was sage ich - EIN Turnier, im Jahr 2002 sind sind es gleich
mehrere, aber im Besonderen sei das Siedler-Kartenpiel Turnier genannt,
dass wie das Brettspiel-Turnier auch von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
des Spielezentrum organisiert wird.
Peter Janshoff
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