| Nach fünf Jahren wird der König
deinen Fortschritt begutachten und den besten Gouverneur reich belohnen.
Im Spiel kontrolliert jeder Spieler eine
Provinz, dargestellt durch ein großes Tableau. Über fünf
Jahre Spielzeit baut der Spieler die Infrastruktur seiner Provinz aus und
stellt Armeen auf, um Feinde - Barbaren, Drachen, etc. - zu bekämpfen.
Jedes Jahr ist in acht Phasen unterteilt. In drei Phasen davon versicherst
du dich der Hilfe der Berater und errichtest mit den von Ihnen zur Verfügung
gestellten Rohstoffen - Gold, Stein oder Holz - Gebäude. Jeder Berater
steht in einer Phase nur einem Spieler zur Verfügung. Daneben gibt
es Spezialphasen und die Winterphase, in der fremde Eindringlinge bekämpft
werden. |
| Rezession von Edwin Ruschitzka
Die Macht der Würfel Für Sie
gespielt: "Kingsburg", ein Mix aus Glück und Strategie Mit den Würfeln
ist das so eine Sache. Sie sind stets launisch aufgelegt, sie machen mitunter
alle Planungen zunichte. Aber die Dinger können auch mächtig
Spaß verbreiten. Beispielsweise im neuen "Kingsburg".
Die mächtige Kingsburg steht irgendwo
in Fantasia, König Tritus hat soeben Gouverneure ernannt, die die
neu hinzu gewonnenen Provinzen seines Reiches aufbauen sollen. Diese bedienen
sich einflussreicher Berater, die zwar nicht immer nett aussehen, geschweige
denn einen seriösen Eindruck machen, aber einem meist irgendwie weiterhelfen.
Nach fünf Jahren - sprich Runden - will Tritus seinen besten Gouverneur
auszeichnen.
Vor jedem Spieler liegt ein Tableau, das
in vier Spalten 20 Gebäude zeigt. Im Verlauf der Partie gilt es, viele
davon zu bauen, das heißt mit einem Marker zu kennzeichnen. Weil
sie uns zum einen Siegpunkte bringen, zum anderen Vorteile im Verlauf des
Spiels bieten. Der Bau kostet Gold, aber auch Rohstoffe wie Holz und Steine.
Die gibt es in Form der hinlänglich bekannten kleinen Holzwürfelchen,
die im Lager auf dem großen zentralen Spielplan liegen. Dort finden
wir auch den gesamten Hofstaat von Tritus, also all die Berater, die wir
in Anspruch nehmen sollen. Sie sind von 1 bis 18 durchnummeriert. Jeder
hat eine besondere Fähigkeit.
Jeder Akteur geht mit drei Würfeln
ans Werk. Wer die kleinste Augensumme gewürfelt hat, darf mit dem
Verteilen beginnen. Die anderen folgen gemäß ihrer Ergebnisse.
Wir dürfen die Würfel nicht nur einzeln auf die Personen des
Hofstaats legen, sondern auch als Zweier- oder Dreiergruppe. Allerdings
ist eine bereits in Anspruch genommene Person für alle anderen Mitspieler
tabu, mit einer einzigen, später zu erwähnenden Ausnahme.
Ein Beispiel: Wer die 3, 4 und 6 vor sich
liegen hat, darf mit jedem Würfel einen Berater belegen; mit der 3
den Baumeister, mit der 4 den Händler, mit der 6 den Alchemisten,
aber auch den Astronomen mit der 7 (4+3), die Meisterjägerin mit der
9 (6+3), den Heerführer mit der 10 (6+4) oder den Helden mit der 13
(6+4+3). Es hängt vieles davon ab, welche Gruppen gebildet werden.
Das Piktogramm über dem ausgewählten
Berater zeigt uns, welchen Vorteil wir von ihm haben. Bleiben wir beim
vorherigen Beispiel: Der Baumeister gibt uns einen Rohstoff Holz, der Händler
entweder ein Gold oder ein Holz. Mit dem Alchemisten dürfen wir einen
Rohstoff gegen zwei andere tauschen. Der Astronom beschert uns einen beliebigen
Rohstoff, dazu einen Würfelmarker +2, mit dem wir Würfelergebnisse
um zwei Augen erhöhen können. Die Meisterjägerin gibt uns
zwei Rohstoffe (Gold und Holz beziehungsweise Gold und Stein). Der Heerführer
stellt uns zwei Soldaten zur Verfügung, mit denen wir am Ende jeder
Runde Feinde abwehren, die die Kingsburg angreifen. Und mit dem Helden
greifen wir schließlich drei Rohstoffe Stein ab.
Alles in allem dürfte klar geworden
sein, was ein strategisches Würfelspiel ist. Eines, beim dem das Glück
eben auch entscheidend beeinflusst wird. In der Kombination von Glück
und Strategie liegt der große Reiz von "Kingsburg". Zum einen bibbern
alle, was ihnen die Würfel bescheren, zum anderen tüfteln sie,
wie das Würfelergebnis gewinnbringend verändert werden kann. |