Morpheus 2010
WAZ - Herne, 10.01.2010, Von Klaus Libuda
Kopfkino mit Currywurst 
beim Rollenspielertreffen
Herne. 48 Stunden reine Kopfsache: 

Rollenspieler aus ganz Deutschland haben 
sich jetzt im Herner Spielezentrum an der Jean-Vogel-Straße getroffen. Während draußen Tief "Daisy" die Stadt in eine Schneelandschaft verwandelte, erschufen die Teilnehmer drinnen ganz neue Welten mit Stift und Papier. 

Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool 
„Ich suche gerade die Laserpistole”, erklärt der Medizinmann seinen Gefährten, momentan ist er lediglich mit einer Schrotflinte bewaffnet. Die ist auch bitter nötig, schließlich jagt er den Mörder einer ganzen Soldaten-Truppe. „Wird  wahrscheinlich ein Dämon gewesen sein”, mutmaßt eine der Begleiterinnen. Von vorschnellen Schlüssen hält der Mann mit der Flinte allerdings nichts, um im Ernstfall gerüstet zu sein, montiert er noch schnell einen Scheinwerfer auf die  Waffe. „Das war Kippe, ich mach noch mal”, wird plötzlich alles wieder ganz weltlich. Der Würfel wollte nicht so wie der Spieler.
Am Wochenende ging im Herner Spielezentrum an der Jean-Vogel-Straße zum 24. Mal das Rollenspiel-Spektakel „Morpheus” über die Bühne. Die Besonderheit: Die ganze Veranstaltung ist reine Kopfsache. Eigentlich gibt es weder Schrotflinten noch Scheinwerfer, keine Laserpistolen und auch keine Dämonen, lediglich mit Stift und Papier sind die Spieler bewaffnet.

20 verschiedene Spiele in 48 Stunden

Während draußen Tief "Daisy" die Stadt in eine Schneelandschaft verwandelt, werden drinnen gleich ganz neue Welten erschaffen. "Ein Rollenspiel ist eine Art Improvisations-Tischtheater", erklärt Carsten-Dirk Jost. "Das ist interaktives Geschichtenerzählen, Kopfkino", ergänzt Karsten Höger. Die beiden sind Mitglied der Herner Brett- und Rollenspielgemeinschaft (BuRG), zusammen mit der Gilde der Fantasy-Rollenspieler haben sie die "Morpheus" geplant und organisiert. 
Rund 20 verschiedene Spiele werden an drei Spieltagen angeboten, damit niemand zu kurz kommt, wird ohne Pause durchgespielt, 48 Stunden am Stück. 
Fabian Lohmann ist gerade ein "zwergischer Naturzauberer". In Raum 11, zweiter Stock, hat er es sich mit seiner Gruppe gemütlich gemacht, spielt das beliebte Rollenspiel "Das schwarze Auge". Seit drei Stunden geht er nun schon dem Gerücht "über einen Zauberer, der den König bestohlen haben soll", auf den Grund, begleitet wird er dabei von einem Krieger, einem Priester, einem "zwergischen Kämpfer" und einem Schelm. Ihr Expeditionsgebiet: der Planet Dere. 

Chips, Schokoriegel und Kaffee

Mehr als 20 verschiedene Spiele wurden an drei Tagen angeboten. 
Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool Foto: WAZ FotoPool "Ich denke, das geht hier noch einige Stunden", sagt Lohmann. Um ausreichend versorgt zu sein, hat sich der 24-jährige Student mit Chips und Schoko-Riegeln eingedeckt, dazu gibt es immer wieder Kaffee. Den hat Lohmann auch bitter nötig, das ganze Wochenende will er spielen, in der letzten Nacht hat er lediglich vier Stunden geschlafen. Mitspieler Michael Jansen, genannt "Roach", hat bis jetzt gar kein Auge zugemacht. 

Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool 
Der 45-Jährige ist ein echter Veteran der Szene, spielt seit 25 Jahren Rollenspiele. "Heute wird es wieder mindestens bis 4 Uhr gehen", freut sich Jansen. Schlafmangel, für ihn kein Problem: "Während des Spiels ist schon genug Adrenalin da und in den Pausen gibt es ja auch genug zu tun." Denn neben dem Spiel gehe es auch darum, sich auszutauschen und Gleichgesinnte zu treffen. 
Wer gerade nicht spielt, hält sich daher im Thekenbereich des Erdgeschosses auf. Hier gibt es die neuesten Spiele zu kaufen, eine Tombola und einen Zeichner, der die Fantasiecharaktere auf Papier bannt. Dazu wird jede Menge Essen angeboten. An einem Wochenende voller Monster und Zauberer besticht dieses geradezu durch Fantasielosigkeit. Es gibt Sandwiches und Currywurst. 
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